Eine Kultur des Respekts

Limburg, Mainz oder Fulda. Jedes Jahr kommt Dr. Sebastian Painadath, ein indischer Jesuit, nach Deutschland, um für Missio Vorträge zu halten. Im Kloster Frauenberg gab er ein Interview – auch zum Miteinander der Religionen. Von Jutta Hajek.

Pater Sebastian feiert mit den Kursteilnehmenden einen sinnlichen Gottesdienst mit Feuer, Wasser, Blüten und Weihrauch

Pater Sebastian feiert mit den Kursteilnehmenden einen sinnlichen Gottesdienst mit Feuer, Wasser, Blüten und Weihrauch

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Das Schiff gemeinsam steuern

Improvisationstheater beim Symposium

Improvisationstheater beim Symposium

Was heißt es, als Volk Gottes unterwegs zu sein? Wie können Gläubige diesen
Weg mitgestalten und Kirche als Gemeinschaft erleben, an der sich alle aktiv
beteiligen? Und welche Formen und pastoralen Angebote sind dafür nötig?
Um diese Fragen ging es beim Symposium „Praxis Partizipation“ in Wiesbaden im November 2015, zu dessen Initiatoren missio gehört.

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Gemeinsam gegen den Terror

Zweimal in der Woche übertragen AIT, der größte private nigerianische Fernsehsender, und die Radiostation Ray Power eine Diskussion zwischen einem muslimischen und einem christlichen Vertreter. Im Bild: George Ehusani (mitte), der Moderator der Sendung (links) und Nurudeen Lemu (rechts).

Zweimal in der Woche übertragen AIT, der größte private nigerianische Fernsehsender, und die Radiostation Ray Power eine Diskussion zwischen einem muslimischen und einem christlichen Vertreter. Im Bild: George Ehusani (mitte), der Moderator der Sendung (links) und Nurudeen Lemu (rechts).

Der ehemalige Generalsekretär der Bischofskonferenz Nigerias, George Ehusani, arbeitet mit Nurudeen Lemu, dem Leiter einer islamischen Bildungseinrichtung, an der Verständigung zwischen Christen und Muslimen. Von Jutta Hajek

„Ich trage Freude im Herzen und sie fließt wie eine Quelle; ich preise Gott, dankbar und froh“, lautet der Refrain eines nigerianischen Kirchenliedes. „Wenn dieses Lied in einer voll besetzten Kirche erklingt, ist das himmlisch“, schwärmt George Ehusani. Christen, die nicht vor dem Terror Boko Harams in den Süden geflohen sind, besuchen nach wie vor den Sonntagsgottesdienst, berichtet er: „Der Glaube wird stärker unter Verfolgung – das war schon immer so.“ Ehusani ist Pfarrer einer Gemeinde in der Hauptstadt Abuja und setzt sich für Frieden ein. Dazu gehört für ihn auch die Musik: „Sie bringt das Beste im Menschen hervor. Sie kann heilen.“

Arbeitslosigkeit und Armut als Nährstoff für Terror

Heilung ist das, was Nigeria braucht. Ehusani versucht zu erklären, wie es so weit kam, dass Terroristen im Norden des Landes immer wieder Anschläge auf Kirchen und andere öffentliche Einrichtungen verüben: Ursprünglich konzentrierten sich die Aktivitäten von Boko Haram auf die Gegend um Maiduguri im Nordosten des Landes. Die Mitglieder dieser Gruppierung geben der westlichen Bildung die Schuld an der Korruption. Sie waren aber nicht von Anfang an gewalttätig. Die Arbeitslosigkeit liegt offiziell bei 60, doch in Wirklichkeit eher bei 70 Prozent, so Ehusani. 95 Prozent der Einwohner Nigerias sind arm. So sei es leicht, Universitätsabsolventen nach fünf, sechs oder sieben Jahren ohne Arbeit anzustiften, ihre Zeugnisse zu zerreißen und sich Boko Haram anzuschließen.  Nicht einmal langfristig hätten diese jungen Leute Aussicht auf einen Job, klagt Ehusani.

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