Wir sind wieder hier: Frankfurter Buchmesse

22. Oktober 2021. Die pure Lust am Lesen kann uns keiner nehmen! So dachten viele und kamen auf eine Buchmesse, die zwar wesentlich kleiner war als vor der Pandemie, aber reizvoll. Mehr Zeit für Gespräche, mehr Platz in den Gängen und an den Ständen. Freundliche Gesichter, Erleichterung war zu spüren: Wir sind wieder hier!

Auf der Agora der Frankfurter Buchmesse. Blauer Himmel und Sonnenschein. Perfekt!
Foto: Susannah V. Vergau

36.000 FachbesucherInnen aus 105 Ländern und 37.500 LeserInnen aus 85 Ländern hat die Frankfurter Buchmesse 2021 als die erste große Präsenzveranstaltungen der internationalen Buchbranche erreicht. Mehr als 2000 Unternehmen aus 80 Ländern präsentierten sich auf dem Messegelände, in der Stadt oder digital im Netz.

Kleiner, feiner Stand von Droemer Knaur mit bene! Büchern

AutorInnen hinterließen Botschaften für LeserInnen. Ich auch.
Foto: Susannah V. Vergau

Fast familiär

Wir fanden uns – verabredet und unverabredet -, tranken Tee und redeten. Es war nicht so wuselig, die meisten hatten das Gefühl: „Ich habe Zeit“. So fielen Gespräche intensiver aus als sonst. Ich habe auch viel länger auf der Messe ausgehalten als in vorherigen Jahren, weil ich nicht so gestresst war.

Gegen Ende des Buchmesse-Tages besuchte ich den Auftritt des Ehrengastlandes Kanada: „Singular Plurality – Einzigartige Vielfalt“. Als ich den abgedunkelten Raum betrat, fiel mein Blick sofort auf die Bühne, um die eine Menschentraube stand und lauschte. Vivek Shraya, kanadische Transgender-Autorin, Musikerin und bildende Künstlerin, rezitierte Gedichte und zog uns mit Worten, Gesten und Gesang in ihren Bann. Innerste Empfindungen und äußere Reaktionen auf ihre dunkle Hautfarbe teilte sie mit ihrem Publikum.
Im nächtlichen Raum um uns herum mäanderten blaue und gelbe Buchstabenflüsse, die wir „durchwaten“ konnten. Ich kaufte Shrayas Buch „Even this page is white“ und las es am selben Abend. Es hat mich berührt. Lyrik vom Feinsten!

Meinungsfreiheit versus „Dagegen wollen wir uns stellen!“

Der Boykottaufruf einer Autorin wegen der Präsenz eines Verlages der „Neuen Rechten“, hat die Öffentlichkeit gespalten: Wo kann die Frankfurter Buchmesse die Grenze ziehen, welche Verlage zugelassen werden? Wo endet die Meinungsfreiheit? Wogegen müssen wir uns stellen? Kann ich das besser, indem ich hingehe oder wegbleibe? Diese Fragen sollten wir offen diskutieren.

Mein Fazit

Ich bin froh, dass ich dabei war auf dieser besonderen Frankfurter Buchmesse 2021 in der Pandemie. Durch ausgeklügelte Hygienemaßnahmen habe ich mich sicher gefühlt. Buchmenschen wieder real zu treffen, Bücher in die Hand zu nehmen, zu befühlen und darin zu schmökern, das war schon was! Diese Begegnungen möchte ich nicht missen. Eine besonders schöne werde ich noch eine kleine Weile für mich behalten, weil ich sonst eine Überraschung ruiniere …

Heute darf ich sie lüften: Hier geht’s zum Beitrag.

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